Ein Berg im Morgengrauen
Unter den richtigen Bedingungen im Spätsommer oder Frühherbst kann die aufgehende Sonne die oberen Hänge des Fuji kurzzeitig rot färben. Hokusai setzt dieses seltene Licht vor einen blauen Morgenhimmel, der mit Bändern hoher Altocumuluswolken gefüllt ist. In Japan wird dieses Muster manchmal „Makrelenhimmel“ genannt, weil seine kleinen, sich wiederholenden Wolken den Markierungen eines Fisches ähneln.
Die Grenze zwischen Licht und Schatten verläuft quer über den Berg, anstatt ihn direkt zu durchschneiden. Fuji ist ein Kegel, und die frühe Sonne erreicht seine schräge Oberfläche in einem Winkel. Die winzigen grünen Dreiecke am Fuße des Berges sind Bäume; Aufgrund ihrer Größe wirkt der ununterbrochene rote Hang riesig.
Alles Unnötige ist verschwunden
Auf vielen Drucken in Hokusais „Sechsunddreißig Ansichten des Berges Fuji“ leben Reisende, Fischer, Dächer und Straßen. Hier ist niemand. Es gibt keine Gebäude und keine Vordergrundgeschichte. Berge, Bäume, Wolken und Himmel genügen.
Diese Abwesenheit verleiht dem Bild seine ungewöhnliche Stille. Außerdem wird dadurch jede Entscheidung besser sichtbar: die dunkelblaue Kontur, die den Gipfel nach vorne schiebt, die spärlichen Schneeadern und der ungleichmäßig bedruckte Himmel, der die Wolken scheinbar schweben lässt.
Ein modernes Blau in einem alten Druck
Red Fuji wurde als Farbholzschnitt mit separaten geschnitzten Blöcken mit unterschiedlichen Tinten hergestellt. Wissenschaftliche Untersuchungen haben Preußischblau im Umriss des Berges und im grünen Unterhang identifiziert, wo Blau mit einem gelben Pigment vermischt war. Preußischblau war eine relativ neue synthetische Farbe im japanischen Akzidenzdruck, und Hokusais Fuji-Serie zeigte, wie kraftvoll sie eine Landschaft prägen konnte.
Quellen und weiterführende Lektüre
- Sammlungsaufzeichnung des British MuseumObjekthistorie, Titel, Serie und Druckdetails.
- Naturschutzforschung des British MuseumPigmente, Druckunterschiede und Konservierung.
- Das Metropolitan Museum of ArtEine zweite institutionelle Objektaufzeichnung und ein Eindruck.
